HOSPIZ IM WOHLD, gGmbH | UNSER HAUS IN GETTORF

Unsere Leitgedanken.

Warum es auf uns ankommt!

Unser Verein widmet sich schwerkranken Menschen und deren Angehörigen. Wir sind für jede oder jeden da, der oder die uns zu sich rufen. Jemand, der an einer lebensbegrenzenden, schweren Erkrankung leidet, weist eine einzigartige kulturelle, soziale und emotionale Prägung auf, die mit keinem anderen Schwerstkranken vergleichbar ist.

Gleichzeitig gibt es innerhalb dieses Spektrums eine Fülle an Gemeinsamkeiten, welche in der Ausnahmesituation einer schweren Erkrankung besonders deutlich wahrgenommen werden können. In einem Krankenzimmer zum Beispiel: ein Flügelhemd kennt keine Unterschiede. Hieraus entsteht nicht selten eine Solidarität, ein Trost untereinander, der beide Erkrankte, so individuell verschieden sie auch sein mögen, gestärkt hervorgehen lässt.

Im Rahmen unserer Arbeit erfahren wir ferner, welch gute Medizin es bedeutet, wenn ein Mensch einem anderen Menschen begegnet. Hierbei schenken wir nicht nur Trost – auch wir erkennen Teile des anderen in uns selbst: gesunde wie gebrochene Aspekte. Dieses sich Öffnen und Erkennen bewirkt einen Rückhalt, welcher die Hospizbewegung seit über 30 Jahren trägt. Auch deswegen, weil trotz der oft traurigen Gesamtsituation eine schwer beschreibbare Freude und Dankbarkeit innerhalb dieses Austausches von Mensch zu Mensch aufblitzen kann – auf beiden Seiten.

Großzügigkeit, Toleranz und Freundlichkeit sind die Säulen, auf welcher unsere Arbeit aufgebaut ist. In ihr werden wir vielfältig beschenkt: mit Verbundenheit, Freude und Dankbarkeit. Dies geschieht in dem Maße, in dem wir uns dem anderen öffnen können, seinem oder ihrem Leid und Schmerz. Das ist keine romantisch-weltfremde Verstiegenheit: was könnte konkreter sein als das Sterben eines Menschen?

Der Artikel 1 unseres Grundgesetzes:
„Die Würde des Menschen ist unantastbar“ beschreibt kein Relikt unserer Nachkriegsväter. Er ist in unserer Arbeit allgegenwärtig, denn schwerstkranke Menschen gehören zu den Hilflosesten in unserer Gesellschaft. Über den eigenen Tellerrand zu blicken und sich jenen zuzuwenden, die nicht mehr für sich selbst aufstehen können, deutet auch auf etwas hin, das uns in diesen unruhigen Jahren miteinander verbindet. In Zeiten, in denen Egoismus und Abgrenzung auch öffentlich propagiert werden, setzt diese stille Arbeit diesem etwas Heilsames entgegen.

Sie stellt eines der mutigsten Gesichter dar, welche friedensstiftende Arbeit heute annehmen kann.

 

Man erkennt den Wert einer Gesellschaft daran, wie sie mit den schwächsten ihrer Glieder verfährt.
Gustav Heinemann, ehemaliger Bundespräsident (1899-1976)